Nachhaltige Hochzeitstorte

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Eine nachhaltige Hochzeitstorte - geht das?

Welche Zutaten muss man für eine nachhaltige Torte verwenden? Oder kommt es auch darauf an bei welchem Zuckerbäcker man die Hochzeitstorte in Auftrag gibt?

Anna von Pop Up Gschichtln hat euch einiges zu erzählen, über die Zutaten bis hin zur richtigen Auswahl an Tortendekoration erfährt ihr im aktuellen Beitrag.

Die Hochzeitstorte 2.0

Wir haben schon vor längerer Zeit bei uns im Freundes- und Familienkreis anklingen lassen, dass wir auf eine klassische* Hochzeitstorte verzichten wollen. Stattdessen werden wir bei einer kleinen Auswahl an Hochzeitsgästen, von denen wir wissen, dass sie leidenschaftlich gerne backen, um eine selbstgebackene Torte bitten, quasi als Geschenk und Mitbringsel.

(*klassisch im Sinne von: 3-Stöckig, mit Fondant überzogen und mit Schnittblumen aus dem Blumenladen dekoriert)

Tortenanschnitt

Green Wedding Pirates Tipp: Gleich zu Beginn, es ist wichtig, dass ihr als Brautpaar eure Wünsche mit der/dem ZuckerbäckerIn besprecht. Wenn ihr eine Lieblingstorte oder einen Lieblingsgeschmack habt – jetzt ist der richtige Zeitpunkt dafür, um darüber zu sprechen.

Ist diese Idee nicht wunderbar – was meint ihr? Zum einen sind selbstgebackene Hochzeitstorten nachhaltig, weil sie keine zusätzlichen Transportwege zurücklegen müssen, denn die Gäste erscheinen ohnehin auf der Hochzeit, und somit auch die Torte! Zum anderen können heimische, regionale und eigene Zutaten viel besser verarbeitet werden – ob Eier vom Bauern um die Ecke oder Früchte aus dem Garten. Das ist bei Torten aus Konditoreien selten der Fall.

Glücklicherweise ist Anna eine kreative und leidenschaftliche Köchin, und daher hat sie für uns im Zuge eines „Probebackens“ Ideen, Tipps und Tricks für eine nachhaltige Hochzeitstorte erarbeitet.

Welche Zutaten und Geschmacksrichtungen sie ausgewählt hat teilt sie mit euch in diesem Blogbeitrag. Vielleicht seid ihr ja selbst bald Teil eines Hochzeits-Backteams und könnt euch das ein oder andere abschauen 🙂 – Viel Spaß beim lesen & nachbacken!

Beerentorte

Die Torte selbst

Wenn sich das Hochzeitspaar dazu entschließt, statt der einen Hochzeitstorte den Gästen mehrere verschiedene anzubieten, ist es für das Brautpaar und das „Backteam“ wichtig, die Geschmacksrichtungen zu koordinieren – schließlich soll für jeden Gast etwas dabei sein, und auch Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten sollten berücksichtigt werden.

Wie in allen anderen Bereichen auch, versucht man am besten, die Zutaten für die Torte möglichst nachhaltig und regional einzukaufen: Biologische Milchprodukte mit möglichst wenig Verpackungsmaterial, Eier vom Bauern sowie Mehl aus der Region.

Außerdem kann man darauf achten, die Geschmacksrichtung der Torte auf die Jahreszeit anzupassen. So kann man Früchte der Saison, bestenfalls aus dem eigenen Garten, von Nachbarn, Bekannten oder vom Bauernmarkt verwenden. Wenn das nicht möglich ist, auf eingelegte Früchte, Tiefkühlbeeren oder Fruchtmus ausweichen.

Für diesen Beitrag hat sich Anna zwei Rezepte überlegt, die für jeden Hobbybäcker einfach nachzubacken sind und sowohl geschmacklich, als auch optisch was hermachen und ganzjährig gebacken werden können.

Tortenböden

No. 1: Mohntorte mit Himbeermascarponecreme und gebrannten Mandeln [glutenfrei]

Für eine Torte mit 20 cm Durchmesser benötigt ihr folgende Zutaten:

150 g Butter
45 g Puderzucker
2 TL Zimt
6 Eier
120 g Zucker
200 g Mohn
120 g geriebene Haselnüsse
Butter oder Backspray für die Form
250 g Mascarpone
250 g Magertopfen
80 g Staubzucker
200 frische oder TK-Himbeeren
6 EL Rum
100 ml Schlagobers
2 Handvoll gebrannte Mandeln
(gekauft oder selbstgemacht nach diesem Rezept)

Die Zubereitung: Backofen auf 180 Grad vorheizen. Eiweiß mit Kristallzucker zu Eischnee aufschlagen, parallel Dotter mit Butter und Staubzucker mixen. Zimt, Mohn und Haselnüsse in einer Schüssel miteinander mischen und abwechselnd mit dem Eischnee unter die Butter-Dotter-Masse heben. Den Teig gleichmäßig auf 2 ausgebutterte Springformen verteilen und im vorgeheizten Ofen ca. 35 Minuten backen.

Währenddessen könnt ihr die Creme zubereiten: Himbeeren vorsichtig waschen bzw. auftauen lassen. Mascarpone mit Topfen verrühren und Staubzucker dazusieben und mit den Himbeeren aufmixen.

Die ausgekühlte Tortenböden jeweils einmal in der Mitte durchschneiden. Auf einer drehbaren Tortenplatte den ersten Boden platzieren und, wenn vorhanden, einen Tortenring um den Boden setzen.

Tortentisch

Den ersten Tortenboden mit etwas Rum beträufeln, mit 2 EL der Crème bestreichen, dann ein paar gebrannte Mandeln drauf verteilen und einen weiteren Tortenboden draufsetzen. Mit den anderen Böden gleich verfahren.

Danach die Torte für 30 Minuten in den Kühlschrank stellen. Den Schlagobers steif schlagen, n.B. mit etwas Himbeerwasser rosarot färben. Anschließend kann der Tortenring entfernt werden und die Torte rundum mit dem Schlagobers eingestrichen werden. Et voilà die selbstgebackene Hochzeitstorte ist für den großen Tag bereit!

No. 2 Kardamombiskuit mit Brombeercreme [laktosefrei]

Für eine Torte mit 12 cm Durchmesser benötigt ihr folgende Zutaten:

3 Eier
200 g Zucker
100 ml Milch
180 g Weizenmehl
2 TL Backpulver
1 TL frisch zerstoßener Kardamom*
250 g Mascarpone laktosefrei
250 g Magertopfen
laktosefrei
80 g Staubzucker
6 EL Brombeermarmelade

Zubereitung: Backofen auf 175 Grad vorheizen und 2 runde Springformen ausbuttern. Eier mit Zucker schaumig schlagen, Milch lauwarm erhitzen und unter die Eiermasse mixen. Mehl, Backpulver und Kardamom in einer Schüssel mischen, zum Teig sieben und vorsichtig unterheben. In die Formen füllen und etwa 35 Minuten backen.

Mehrstöckige Hochzeitstorte semi naked

Währenddessen kann wieder die Creme zubereitet werden: Mascarpone, Magertopfen und gesiebten Staubzucker mixen. Einige EL von dieser Masse abnehmen und in einen Spritzbeutel füllen. Die restliche Crème mit der Brombeermarmelade verrühren.

Die ausgekühlten Tortenböden je zwei Mal durchschneiden, sodass man 6 Tortenböden erhält. Den ersten Tortenboden auf eine Tortenplatte setzen, mithilfe des Spritzbeutels einen Kreis am Rand des Tortenbodens ziehen, den Tortenboden innerhalb des Kreises mit der Brombeercreme füllen. Mit den weiteren Böden ebenso verfahren.

*Tortenboden nach einem Rezept von Linda Lomelino.

Danach die Torte wieder für 30 Minuten in den Kühlschrank stellen.  Et voilà die zweite selbstgebackene und nachhaltige Hochzeitstorte ist für den großen Tag bereit!

Nachhaltige Tortendekoration

Es gibt unzählige Arten und Stile, um eine Hochzeitstorte zu gestalten und zu dekorieren. Am besten sprecht ihr euch mit dem Hochzeitspaar und untereinander ab, ob sich das gesamte „Backteam“ für eine Stilrichtung entscheiden soll (z.B. Semi-naked Cakes mit verschiedenen frischen Gartenblumen), oder jeder individuell seine Torte gestaltet.

Nachstehend liste ich einige Punkte auf, die ihr für eine nachhaltige Tortendekoration berücksichtigen solltet:

Tortenüberzug

Selbstverständlich ist auch der Tortenüberzug Geschmackssache, erfahrungsgemäß sind die meisten Hochzeitsgäste allerdings keine Fans von Fondant – der demnach immer übrig gelassen wird. Wer gerne eine glatt überzogene Torte hätte, kann einen Marzipanüberzug wählen, der geschmacklich eher überzeugt als Fondant.

Hochzeitstorte

Die simpelste Lösung, zudem auch derzeit sehr im Trend, ist eine Naked Cake oder eine mit Buttercreme, Schlagobers oder Mascarponemousse eingestrichene Torte. Wenn ihr zu einer „Green Wedding“ eingeladen seid, wird sich das Thema Nachhaltigkeit überall wiederspiegeln – auch am Hochzeitstorten-Tisch, wo auf Natürlichkeit/Naturbelassenheit gesetzt wird.

Essbare Dekoration

Um die Torte aufzuhübschen, nimmt man am besten Dekoration, die man gleich mit dem Tortenstück vernaschen kann. Die Auswahl diesbezüglich ist riesig und reicht von Buttercream-Flowers und Baiser über karamellisierte Nüsse und Zuckerperlen. Das Beste: Essbare Tortendekoration kann man oftmals ganz einfach und mit wenigen Zutaten zu Hause herstellen.

Selbstverständlich zählen auch frische Früchte und Beeren zur „Edible Cake Decoration“, und machen sich ganz vorzüglich neben bunten Meringue – beachtet dabei wie immer die Jahreszeit und kauft Obst am Bauernmarkt beziehungsweise verwendet nur jenes als Dekoration, das tatsächlich Saison hat.

Blumen und Blüten

Wiesenblumen, Wildkräuter, blühende Sträucher und Bäume, Rosen aus dem Garten – es gibt viele, hübsche Alternativen zu den herkömmlichen, wunderschönen, aber leider nicht ganz so nachhaltigen, importierten Blumen aus dem Blumengeschäft. Wer mit offenen Augen ein paar Tage vor der Hochzeit durch den Wald spaziert, der kann sich von der Natur inspirieren lassen und zusätzlich auch noch Geld sparen ☺

Aber Achtung: Nicht alle wilden Blumen und Sträucher sind essbar! Unbedingt nach dem Sammeln in Kräuterbüchern oder im Internet recherchieren, ob die Ausbeute bedenkenlos verwendbar ist.

Für alle SteirerInnen unter uns, ein heißer Tipp bezüglich Inspiration und nachhaltigen Blumenkauf ist auch die Bio-Blumen-Landwirtschaft „Vom Hügel“.

Frühlingshafte Torte naked

Die Torte am Hochzeitstag (Sweet Table)

Der Zeitpunkt, an dem die Hochzeitstorte angeschnitten wird, kann individuell gewählt werden. Wenn das Hochzeitsmenü ein Dessert beinhaltet, macht es eher wenig Sinn, die Hochzeitstorte als „Dessert zum Dessert“ zu servieren – das würde nur zu unnötigem Foodwaste führen. Besser: Die Zeitspanne überbrücken, während der das Brautpaar seine Hochzeitsfotos macht – mit Kaffee und Torte wird jeder Gast bei bester Laune gehalten 😉

Sollten einige Stücke Torte übrig bleiben, versucht diese so schnell wie möglich wieder kühl zu stellen, um sie als Mitternachtssnack oder beim Brunch am nächsten Morgen erneut anzubieten.

Bräuche rund um die Hochzeitstorte

Bei meiner Tortenrecherche bin ich auf einige lustige Facts rund um das Thema gestoßen. Schon im antiken Rom wurden erstmals „Mandelkuchen“ anlässlich der Hochzeit gebacken, herkömmliche Hochzeitstorten entstanden allerdings erst im 19. Jahrhundert. Wer sich eine fünfstöckige Torte wünscht, der weiß bereits, dass die fünf Etagen Geburt, Kommunion, Firmung, Heirat, Kinderreichtum und Tod symbolisieren – oder? 😉

Fünf verschiedene Torten und Geschmacksrichtungen sind meiner Meinung nach – egal ob übereinander gestapelt oder nebeneinander aufgebaut – ein perfekter Richtwert für die Hochzeit (hängt schlussendlich jedoch von der Gästeanzahl ab)! 

Übrigens: Das Anschneiden der Hochzeitstorte wird, egal zu welchem Zeitpunkt, vom Brautpaar übernommen – wer dabei die Hand oben hat, der wird auch in der Ehe bestimmen, besagt das Brauchtum… 😉

Last but not least, ein Stück Torte sollte beiseite gestellt werden, damit es das Hochzeitspaar einfrieren und am allerersten Hochzeitstag genießen kann – und sich mit einem Lächeln an den schönsten Tag zurückerinnert.

In diesem Sinne #spreadlove und habt viel Spaß beim nachbacken, beim aussuchen der Geschmacksrichtung und bei der Entscheidung wie viel Stöcke eure Hochzeitstorte haben soll!

Eure Green Wedding Pirates, Michaela & Klemens & Anna von den Pop Up Gschichtln

FAQ

Ja ist es, denn wie in allen anderen Bereichen auch, versucht man am besten, die Zutaten für die Torte möglichst nachhaltig und regional einzukaufen: Biologische Milchprodukte mit möglichst wenig Verpackungsmaterial, Eier vom Bauern sowie Mehl aus der Region.

Von essbarer Dekoration über essbare Blüten und saisonale Wildblumen von der Wiese. Es gibt viele, hübsche Alternativen zu den herkömmlichen, wunderschönen, aber leider nicht ganz so nachhaltigen, importierten Blumen aus dem Blumengeschäft.

Selbstverständlich zählen auch frische Früchte und Beeren zur „Edible Cake Decoration“, und machen sich ganz vorzüglich neben bunten Meringue – beachtet dabei wie immer die Jahreszeit und kauft Obst am Bauernmarkt beziehungsweise verwendet nur jenes als Dekoration, das tatsächlich Saison hat. 

Bei meiner Tortenrecherche bin ich auf einige lustige Facts rund um das Thema gestoßen. Schon im antiken Rom wurden erstmals „Mandelkuchen“ anlässlich der Hochzeit gebacken, herkömmliche Hochzeitstorten entstanden allerdings erst im 19. Jahrhundert. Wer sich eine fünfstöckige Torte wünscht, der weiß bereits, dass die fünf Etagen Geburt, Kommunion, Firmung, Heirat, Kinderreichtum und Tod symbolisieren – oder? 😉 Fünf verschiedene Torten und Geschmacksrichtungen sind meiner Meinung nach – egal ob übereinander gestapelt oder nebeneinander aufgebaut – ein perfekter Richtwert für die Hochzeit (hängt schlussendlich jedoch von der Gästeanzahl ab)!
Übrigens: Das Anschneiden der Hochzeitstorte wird, egal zu welchem Zeitpunkt, vom Brautpaar übernommen – wer dabei die Hand oben hat, der wird auch in der Ehe bestimmen, besagt das Brauchtum… 😉
Last but not least, ein Stück Torte sollte beiseite gestellt werden, damit es das Hochzeitspaar einfrieren und am allerersten Hochzeitstag genießen kann – und sich mit einem Lächeln an den schönsten Tag zurückerinnert…

*nachgelesen auf: www.braut.de

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